2018 CMMI deutsch

Konfigurationsmanagement CM Baseline etablieren

Sonne. Meer. Strand. Nein, schön wäre es. Ich sitze hier im Büro und schaue ganz gebannt an die weiß gestrichene Wand vor meiner Nase. Es ist Feiertag. Und ich gönne mir keinen freien Tag.

Der LapTop ist aufgeklappt. Und in mir wirkt Dein nicht unbedingt motivierender Einspruch nach. Du hast mir vorgeworfen, dass meine Effizienz massiv nachgelassen hätte. Und das sei nun der Grund, warum ich hier nun im Büro sitze: An einem Feiertag!

Unzufriedenheit macht sich in mir breit. Wenn ich in den letzten 10 Tagen nur 10 Prozent produktiver gewesen wäre, müsste ich jetzt nicht hier sitzen. 10 Prozent von einem Arbeitstag.

8 Stunden = 480 Minuten davon 10 Prozent = 48 Minuten.

Wie kann ich es schaffen am Tag 48 Minuten zu sparen? Vielleicht sogar noch mehr: sagen wir mal 1 Stunde. Ist das möglich? Die in meinem Kopf drehenden 48 Minuten machen mich ganz schwindelig. Und daher entscheide ich mich dazu einfach weiter zu rechnen.

48 Minuten in 8 Stunden = 6 Minuten pro Stunde.

Ist es möglich 6 Minuten pro Stunde zu sparen? Auch das scheint mir noch als Zielmarke zu groß. Ich rechne weiter:

6 Minuten pro Stunde = 1 Minute pro 10 Minuten.

Die 10 Prozent Rechnung in meinem Kopf macht mich nun ganz wuschelig. Und ich muss jetzt erst mal kurz aufs Klo. Das darf ich! Das ist doch einfach nur menschlich. Also stehe ich auf, bewege mich schnell und zielgerichtet in Richtung Kloschüssel.

Als ich wieder zurück ins Büro komme, grinst mich Aristoteles über beide Wangenknochen strahlend an. Er hat sich den Spaß gemacht und meinen LapTop von der einen Seite des Schreibtisches auf die andere Seite zu legen. Auch meinen Bürostuhl hat er schon auf die andere Seite des Schreibtisches geschoben, den Schreibtisch etwas weiter in den Raum gestellt und spricht

Jede Bewegung verläuft in der Zeit und hat ein Ziel.
Aristoteles

Ja, ein Ziel hatte ich. Und nach vergangenen 3 Minuten setze ich mich nun wieder an meinen Schreibtisch. Und schaue nicht mehr auf die weiße Wand. Augen auf! Ein weiter Blick eröffnet mir die Fülle und die Größe meines Büros. Ein Perspektiven Wechsel, der mir nicht nur die Augen öffnet:

Ich bin Unternehmer

Ich kann selbst entscheiden, ob mir die 10 Prozent von irgendetwas mehr oder weniger gut oder schlecht tun. Du, mein vergangenes Ich, hast teils noch die Angestellten Brille auf. Manchmal denke ich ja, Du möchtest mich ärgern. Und doch freue ich mich, wenn Du dich zu Wort meldest. Nur so kann ich erkennen – kann prüfen – ob ich in meiner Entwicklung gewachsen bin. Dankeschön!

Bild Quelle: de.depositfotos.com 12817053 @bonninturina

Ja, immer und immer wieder vor Augen: das Gleichgewicht zwischen Beherrschung und sich gehen lassen als eine essentielle Aufgabe sehen. Und dabei lernen mir und meinen Freunden, dem Du und dem lieben Aristoteles, das zu geben, was gerade im aktuellen Moment gebraucht wird.

Mein Blick in das gut gefüllte Büro erinnert mich daran, das Du mir immer mal wieder Impulse zu dem Thema “Es ist genug” gibst. Manchmal auf ganz leise Art und Weise. Andere Male ganz laut. Das Wissen, dass wer ich bin und was ich mache einfach genug ist: Genügend

  • Ruhe
  • Nahrung
  • Bewegung
  • Freude
  • Geld

Auch wenn ich meine Augen schließe und mir diese Dinge nur vor meinem geistigen Auge anschaue: ein wärmender Schwall durch fährt meinen gesamten Körper. Es fühlt sich gut an. Und ich bin so froh, dass Du mir diese Glückseligkeit immer mal wieder spüren lässt.

Und auch Du lieber Aristoteles trägst mit Deinen Impulsen immer dazu bei, dass sich bei mir etwas verändert. Deine klugen Sprüche sind mir äußerst behilflich – nicht nur im Business – das Große und Ganze zu sehen. Und auch jetzt bist Du wieder bei mir.

Die Glückseligkeit besteht in dem glücklichen Leben, das glückliche Leben im tugendhaften Leben.
Aristoteles

Gemeinsam mit ihm schaue ich immer noch in die Fülle meines Büros. Die über 14 Jahre meiner Selbstständigkeit habe Spuren hinterlassen. Einfach mal das Große und Ganze sehen. Augen zu! Und die Entwicklung der vielen Software Produkte und Unternehmer Konzepte nochmals vor meinem inneren Auge Revue passieren lassen. Welch eine Fülle! Doch plötzlich: ein großer Knall! Puff! Peng! Und vor meinem inneren Auge: Nichts. Leere. Noch nicht einmal gähnend. Noch nicht einmal eine gähnende Leere!

Ich bin IT Projekt Manager

Du, mein liebes vergangenes Ich, hattest mich ja schon häufig gestupst: Langlebige Projekte, auch in der Software Industrie, brauchen Struktur und immer einen Schuss von Nachhaltigkeit. Und das nicht nur seitens des Kunden. Du hast immer wieder darauf gepocht, dass ich als Unternehmer die volle Verantwortung für meine Produkte übernehmen muss.

Ich erinnere mich als wir zu dritt vor nicht allzu langer Zeit gemeinsam Pause machten. An einer recht belebter Straße in einem ganz netten Café. Nachmittags. Aristoteles war beschäftigt die Autos zu zählen. Und quietschte voller Glückseligkeit wenn auch mal ein griechisches Kennzeichen vor seinen Augen vorbei rauschte. Ganz aufgeregt hat er dann seinen Landes Kameraden zugewunken. Dabei auch noch mit beiden Beinen herum gezappelt. Es ist selten, dass er so vergnügt das Leben betrachtet und aktiv daran teilnimmt. Eine Frage, die Du mir an diesem bisher unbeschwerten Nachmittag gestellt hast, hat mich dann doch sehr getroffen:

Lieber Stefan, was wäre wenn Du heute von einem Bus überfahren würdest?
Du

Zuerst habe ich diese so wichtige Frage nicht so ganz wahrgenommen. Und ich kann Dir sagen, mein Kopf wurde ruhig und dann immer ruhiger. Bis es ganz still war. Stille! Ruhe! Mein Umfeld, selbst den äußerst aktiven Aristoteles, habe ich nicht mehr wahrnehmen können. Mein gesamter Organismus hat sich schlafen gelegt.

Zu Asche, zu Staub dem Licht geraubt. Doch nicht jetzt. Wunder warten bis zuletzt. Ozean der Zeit. Ewiges Gesetz. Zu Asche, zu Staub. Zu Asche, doch nicht jetzt.
Babylon Berlin, Orginal Motion Picture Soundtrack

Doch langlebige Produkte schlafen nicht. Und sterben tun sie auch nicht. Was wäre wenn ich nicht mehr da bin? Woanders. Nicht bei meinen Produkten. Das hat mich nach diesem Nachmittag im Café nicht mehr los gelassen. Ja, so kam dann der Begriff der Konfiguration in mein Leben. Von Dir initiiert mit einer einfachen Frage: der Bus Frage. Dankeschön!

Und so habe ich mir Teilaspekte meiner Konfiguration Baselines angeschaut, damit ich mit Stolz sagen kann: Meine Kunden arbeiten mit meinen Produkten, auch wenn ich nicht mehr verfügbar – nicht mehr da – sein sollte.

Konfigurationseinheiten festlegen

Ich möchte mich mal auf nur eine Auswahl und Spezifikation beziehen: Und zwar “die an Kunden ausgelieferten Produkte”. Im Bereich der Software QuoMod wären das zum Beispiel

  • Code und Bibliotheken
  • Compiler
  • Technische Veröffentlichungen zum Produkt
  • User Stures
  • Prozessbeschreibungen
  • Architekturdokumentation und Designdaten

Diese Arbeitsergebnisse sind zu speziellen Zeitpunkten bereit für die Auslieferung an den Kunden. Und je nach Entwicklungsphase erfolgt eine gewünschte Lenkung. Anhand der dann der zeitliche Aspekt direkt abgelesen werden kann.

Konfigurationsmanagementsysteme etablieren

Bei meinen Überlegungen hat sich immer mal wieder Aristoteles zu mir gesetzt. Und auch Du bist natürlich dabei: mein vergangenes Ich. Zu dritt grübeln wir, wie es möglich ist, Arbeitsergebnisse strukturiert an meine Kunden auszuliefern. Und als Du und ich ganz still sind, hören wir beide Aristoteles eine leise Belehrung säuseln:

Alles Werden ist Entwicklung in dem Sinne, daß Mögliches wirklich wird.
Aristoteles

Und so habe ich ein Kundenportal für einen neuen Kunden aufgesetzt. Schritt für Schritt. Auf der QuoMod Homepage kann nun mit Passwort die Arbeitsergebnisse der Software Entwicklung heruntergeladen werden. Da das verwendete Kundenportal “noch” nicht sicher vor Google Suchmechanismen ist, liegen die einzelnen Dateien in der Cloud eines deutschen Anbieters. Das hat den netten Vorteil, dass hier dann ein weiteres Passwort die QuoMod Arbeitsergebnisse schützt.

Als ich nun ins Schwärmen komme und weiter von dem neuen Kundenportal auf der QuoMod Homepage berichte, stoppst Du meine Schwärmerei nach einer Weile mit einem einfachen Begriff aus der Welt des Managements: der Fabrikorganisation

Keine Fabrik ist groß genug, um gleichzeitig zwei Artikel fabrizieren zu können. Ein Betrieb muss ausschließlich auf ein bestimmtes Produkt eingestellt sein, wenn wirklich sparsam gewirtschaftet werden soll.
Henry Ford

Etwas empört über Deinen Einwand, und doch erstaunt, ändert sich meine Sichtweise auf die Arbeitsergebnisse für meine Kunden. Das neue Kundenportal ist zwar wichtig und bestimmt ein Aspekt der guten Zusammenarbeit mit Kunden; doch wichtiger ist die Aktualität und Konsistenz meiner Software Arbeitsergebnisse.

Und auch die Effizienz steigt sicherlich, wenn ich mich nur auf ein Produkt in meiner kleinen aber feinen Fabrik konzentriere. Aber aktuell befinde ich mich noch auf Entdeckerreise: Wie kann ein System von Konfigurationen aussehen? Was macht es mit mir? Was mit Dir?

In der spezifischen Praktik SP 1.2 der Capability Maturity Model Integration CMMI Spezifikation schaue ich auf entsprechende Beispiele von Arbeitsergebnissen

  • Konfigurationsmanagementsystem mit gelenkten Arbeitsergebnissen
  • Verfahren zur Lenkung des Zugriffs auf die Konfigurationsmanagmentsysteme
  • Datenbank mit Änderungsanträgen

Und erkenne, dass alle Beispiele mit meiner Software QuoMod realisierbar sind. An sich ist das als Konfiguration benannte Konstrukt eine Mischung aus Ablauf sowie Dokumenten Richtlinien. Und diese sind direkt mit meiner Software QuoMod ausführbar.

Die Idee: Ich setze QuoMod auch für meine eigenen Konfigurationen ein. Und kann somit auch gleich transparent meinen Kunden zeigen, dass eine Nutzung in kleinen Unternehmen/Abteilungen vollkommen problemlos möglich ist.

Mit dieser nicht unbedingt “neuen” Erkenntnis im Kopf schaue ich nochmals von meinem Schreibtisch in die Fülle meines Büros. Augen zu! Ich sehe nun ein weiteres Produkt vor meinem inneren Auge. Nein, ich schaue nochmals genauer hin. Es ist kein weiteres Produkt. Es handelt sich dabei nur um ein leicht geändertes Produkt. Und grinsend nehme ich wahr, dass alles, was für die Konfiguration der Arbeitsergebnisse benötigt wird, schon da ist.

Baselines erstellen und freigeben

Und doch darf es bei dem alleinigen Vorhandensein des Management Systems nicht bleiben. Es darf genutzt; es muss genutzt werden. Die in dem System anzuwendende Schritte müssen dokumentiert und angewendet werden. Die Arbeit darf einer kleinen Fabrik ähneln. Vergleichbar wie es Henry Ford gesehen hat.

Das Drama des Denkers was sollte wann und wie getan werden hat ein Ende. Mit dem Erstellen der Baselines – den Richtlinien zur Konfiguration meiner Software Projekte – wird mehr Struktur in mein Business einziehen. Ordnung wird als zielgerichtet definierte Richtlinie gelenkt. Sichtlich stolz erkenne ich: Und das wird ganz sicherlich meine Effizienz steigern. Klasse!

Aristoteles war eine kurze Zeit verschwunden. Und sitzt nun auf dem Sofa im Büro mit einem Schokoladen Eis in der Hand. Mit seinem schon jetzt verschmierten Mund sieht er aus wie ein kleines Kind. Das genüssliche Schlecken hat seine Spuren hinterlassen. Erste Spuren auch auf seinem weißen T-Shirt. Er erläutert uns seine Forderung nach Einhaltung der drei Einheiten

  • Zeit
  • Raum
  • Handlung

Diese hatte er schon früher im antiken Griechenland als Grundlage für die Vereinheitlichung der dort aufgeführten Dramen propagiert. Der Ausschluss von Zeitsprüngen, Ortveränderungen und Nebenhandlungen wurde ja dann auch in der Zeit der Französischen Klassik konsequent angewendet.

Stolz und mit einem breiten Grinsen im Gesicht meint Aristoteles nun zu uns: Auch unsere Gedanken zur Konfiguration der Software Arbeitsergebnisse passen ganz prima in ein ähnliches Schema.

Du triffst nun deine Wahl und wirfst uns zwischen Glück und Qual. Doch kann ich Dir verzeihen. Du bist dem Tod so nah und doch Dein Blick so klar. Erkenne mich. Ich bin bereit und suche mir die Unsterblichkeit.
Babylon Berlin, Original Motion Picture Soundtrack

Die Konfiguration von Arbeitsergebnissen wird mich in den nächsten Monaten gut beschäftigen. Die Erarbeitung der Baselines muss vorangetrieben werden. Die damit entstehende Arbeitserleichterung wird mehr als 10 Prozent sein. Und die Langlebigkeit meiner Produkte auf eine äußerst effiziente Art und Weise sichern.

Tun: Die Konfigurationseinheiten, Bestandteile und zugehörige Arbeitsergebnisse festlegen, die unter Konfigurationsmanagement gestellt werden. Konfigurations- und Änderungsmanagementsysteme zur Lenkung von Arbeitsergebnissen etablieren und beibehalten. Baselines zum internen Gebrauch und zur Auslieferung an Kunden erstellen und freigeben.
Ergebnis: Baselines von festgelegten Arbeitsergebnissen sind etabliert.