2018 42 Denker Livebook 2018

Über das Leben: Leitfaden für Manager

Sonne, Meer, Kiesel-Strand… nun will ich mich mal von meiner doch häufig nicht so einfachen Männer Wohngemeinschaft erholen und was ist: Kiesel- Strand. So war das nicht geplant!

Im Reisebüro wurde mir ein schöner Sand-Strand präsentiert. Ich erinnere mich noch an die lieblichen Lippen der netten Dame vor Ihrem Computer. Ihre Augen auf mich gerichtet. Und die Bluse etwas geöffnet, so dass ich eine Ahnung haben kann, welche wohl geformten weiblichen Anteile sie doch noch verdecken möchte.

Und nun das: Kiesel-Strand!

Eine bunte Mischung aus fein- und grobkörnigen Steinen ergießen sich unter meinem Dasein als Mensch. Noch ist es Vormittag, die Sonne steht noch recht tief. Der graue Boden fühlt sich noch angenehm unter meiner Fuß-Sohle an. Steine, Stein, Stein der Weisen.

Das von meinen philosophischen Freunden immer wieder als Symbol der Umwandlung des niederen in das höhere Selbst Benannte, verfolgt mich auch hier in meinem Urlaub an der See.

Erkenne dich selbst!
Thales von Milet

Das Allheilmittel von höchster Stufe der Reinheit hilft gegen vielfältige Zustände des Mangels und dem Nicht Vorhandensein von Harmonie. Auch eine verjüngende Wirkung wird im zugeschrieben: dem Stein der Weisen.

Und dabei kommt mir in den Sinn, dass Thales noch vor 2.500 Jahren der Meinung war, dass die Grundlage alles Seins das Wasser ist. Und dann auch noch mit allem Geschehen in dieser und aller weiteren Welten verknüpft ist. Das verwirrt mich. Jetzt. Etwas.

Heraklit hat da eine andere Auffassung. Er sieht ein Feuer als Grundlage für den Beginn des Lebens. Kein Wort von einem Stein, geschweige denn von einem Kiesel-Stein. Grrr!

Mein lieber philosophische Freund Aristoteles ist an das Thema Leben da ganz anders herangegangen. Bevor ich mit meinem Koffer aus unserer Villa in das wartende Taxi entschwand, gab er mir einen kleinen Zettel auf den Weg. Erst heute beim Frühstück, beim ersten Kaffee des Tages, wagte ich einen Blick darauf:

Leben definiert sich über eine Menge von Aktivitäten, die zusammengenommen für Leben bzw. Lebewesen charakteristisch und spezifisch sind. Diese Aktivitäten sind

  • Energie- und Stoffwechsel
  • Organisiertheit
  • Reizbarkeit
  • Fortpflanzung
  • Vererbung
  • Wachstum

Und so war mir nun klar, mein Kurz-Urlaub hier an der See am Kiesel-Strand sollte nicht ohne Aufgabe vergehen. Leben nicht nur als Gesamtheit der Lebewesen in einem abgegrenzten Gebiet sehen. Es ist einfach mehr, als nur ein äußeres Ding, das wir kurz inhalieren und dann wieder ausspucken. Leben darf gelebt sein.

Und so erinnere mich an die auch von Aristoteles immer wiederholte Aussage, dass das Belebte auch beseelt ist. Und erst die Unterscheidung das Vermögen der Seelen in der Form einer Hierarchie uns als Menschen einen Charakter gibt:

  • Ernährung und Fortpflanzung im Bereich der Pflanzen
  • Wahrnehmung der Sinne und Fortbewegung im Bereich der Tiere
  • Denken im Bereich der Menschen

Ja, ich darf denken. Und in mir recherchieren. Mich in den Strudel von Akt, Wirklichkeit und Vollendung begeben; die Entelechie für mich entdecken. Die Eigenschaft von etwas, einem Ding, als mein persönliches Ziel in mir selbst zu haben. Ja, darf ich.

Alle menschlichen Gesetze werden von dem Einen Göttlichen genährt, das alles beherrscht und allem genügt.
Heraklit

Das Göttliche erfahren; mich als Mensch schwebend über all die vergänglichen Dinge dieser Welt erheben. Und dabei das Geheimnis der Herstellung des Stein des Weisen auf die Spur kommen.

Und doch werde ich immer ein Schüler, ein Adept, meiner eigenen Wirklichkeit sein. Eingeweiht in eine Lehre, die so viel weiter geht, als nur einfach Mensch zu sein. Mein Leben eingebettet in Mysterien, wie dem Kult der Isis und Osiris. Ägypten, Nil und die Pyramiden; eine geometrische, eine in Algebra teils gegossene Form: im Idealfall ein Polynom in mehreren Variablen, bei dem jeder Summand den gleichen Grad darstellt.

Wow, das wärs: Mathematisch das Leben greifbar machen.

Die Aufgabe jedes Menschen, auch des Managers, die Transmutation vom unedlen Metall zu Gold (ggf. auch Silber) zu vollziehen. Nicht nur im Außen im praktischen Teil mittels

  • Destillieren
  • Extrahieren
  • Sublimieren

als “Gold-Macher” agieren. Sich selbst als wertvollen Stoff dieser Welt positionieren; sichtbar sein. Die Lehre von den Eigenschaften der Stoffe und deren Reaktionen, den Grundwerten der Alchemie entsprechend, mit sich als Mensch verknüpfen. Dabei die

  • Reinigung
  • Vergeistigung
  • Erleuchtung
  • Vereinigung mit Gott
  • Vereinigung des Begrenzten mit dem Unbegrenzten

Schritt für Schritt angehen. Ja, das sollte im Leben des Menschen bestimmend sein.

Sollte es das sein, was mir Aristoteles für meinen Kurz-Urlaub auf den Weg gebracht hat. Meinen Geist, meine Seele und meinen Körper auch in den erholsamen Tagen fordern. Sogar direkt herauszufordern?

– PAUSE –

Ja, ich gönne mir eine Pause. Und die ist dringend notwendig.

Während des Schreibens des Kapitels “Über das Leben: Leitfaden für Manager” ist mir aufgefallen, dass es da so viel mehr zu erzählen gibt und das braucht eine neue Struktur, eine neue Ordnung. Die vorbereiteten Teile 2 bis 4 des Kapitels wird es hier so nicht geben.

Der Ich Protagonist meiner Erzählung für Manager benötigt eine Geschichte, ein Ziel. Und diese werde ich in den nächsten Wochen Schritt für Schritt entwickeln.

Dabei werde ich Dich hier im QuoMod Blog mit auf die Reise nehmen, auf eine Entdecker Reise, die weit tiefer geben wird, als die Geschichte selbst: Ich werde persönlich von meinem Weg zum Autor berichten, neudeutsch bloggen.

Bis bald!