Machen! Das Ökonomische Prinzip gezielt anwenden

Nach der genauen Betrachtung und der von Dir durchgeführten Teilung Deiner Betriebseinnahmen stellt Du Dir sicherlich die Frage: Ist es real? Stimmt das so überhaupt? Und vielleicht sind Dir auch die Ursachen Deiner Betriebseinnahmen nicht so ganz bewusst. Helfen wird Dir das Wissen um das Ökonomische Prinzip!

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Mit wirtschaftlichen Unsicherheiten umgehen können und dabei strukturiert vorgehen; darum geht es nun hier in diesem Unterkapitel. Und voranstellen möchte ich Dir eine weitere philosophische Denkweise: den Hypothetischen Realismus.

  • Es gibt mindestens eine vom Menschen unabhängige Realität.
  • Diese Realität hat eine Struktur, wonach kausale Relationen objektiv existieren.
  • Diese realen Strukturen sind zumindest teilweise erkennbar.

Mit den in Punkt 2) genannten kausalen Relationen sind Beziehungen zwischen Ursachen und Wirkungen gemeint. Und hier kannst Du schon genau erkennen: Deine in der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG ausgewiesene Betriebseinnahme ist eine Wirkung!

Ursache und Wirkung verstehen

Und mit der Teilung Deiner Betriebseinnahme hast Du einen Wirkungsraum geschaffen. Dieser ermöglicht es Dir nun Schritt für Schritt die Ursachen Deiner Betriebseinnahmen zu erkennen. Mit der Anwendung des Teile und Herrsche Prinzip aus dem letzten Unterkapitel hast Du hierfür die Grundlage geschaffen. Prima!

Theorien sind Denkwerkzeuge, mit denen wir die Welt erklären wollen. Wenn Sie versagen, dann müssen wir sie hinterfragen und neue suchen. – Gerhard Vollmer

Die Welt als Wirkungsraum. Und wir begeben uns nun gemeinsam auf die Suche nach den Ursachen für Deine Betriebseinnahmen.

Effektivität und Effizienz verstehen

Die Effektivität sowie die Effizienz sind beides Kennzahlen Deines unternehmerischen Tun. Beide basieren auf einem Ergebnis. Und wie wir so eben gesehen haben, ist das Ergebnis eine Wirkung. Bei den folgenden Ausführungen setze Ergebnis = Betriebseinnahme!

Wenn Du Dir am Anfang eines Geschäftsjahres Dir ein Ergebnis für die kommenden Monate vorgenommen hast. Und dann am Ende des Geschäftsjahres Deine Zahlen greifbar sind. Dann kannst Du Dir Deine Effektivität ausrechnen.

Effektivität = Ergebnis / Ziel

Wenn Deine Effektivität nun größer als 1 ist. Gratulation! Denn dann, bist Du besser gewesen als am Anfang des Geschäftsjahres vermutet. Wenn Deine Effektivität kleiner als 1 ist. Dann waren deine Annahmen einfach nicht richtig. Oder vielleicht doch. Denn es kann natürlich auch sein, dass Du Dich einfach zu wenig angestrengt hast, Dein Ziel zu erreichen.

Effizienz = Ergebnis / Aufwand

Der Begriff Aufwand ist zahlenmäßig nicht so leicht zu erfassen. Im Aufwand siehst Du auch Deine Anstrengungen. Und diese kannst Du ja vielleicht auch “herunter” rechnen auf die Stunden, die Du an einem Teil des vorab geplanten Wirkungsraum-es gearbeitet hast. Verbunden mit einem Stunden Lohn kannst Du hier mit einfachen Prozent Rechnungen einiges bewirken.

Wirtschaftlichkeit verstehen

Der Dir nun bekannte Effizienz Begriff ist einer der wichtigsten Maße der Wirtschaftlichkeit. Wobei die Verschiebungen zur Effektivität doch häufig sehr fließend sind. Die Entwicklung von Strategien in Unternehmen vermischen sich mit den verfügbaren Ressourcen innerhalb sowie auch außerhalb erkennbarer Handlungen.

Effektivität bedeutet die richtigen Dinge tun. Effizienz bedeutet die Dinge richtig tun. – Peter Ferdinand Drucker

Wenn wir beide nun über die Wirkung Deiner Handlungen als Unternehmer sprechen, dann müssen wir auch auf Deinen Gewinn schauen. Der Aufwand muss in unsere Betrachtung der Wirtschaftlichkeit einfließen. Zwei Fragestellungen ergeben sich automatisch aus den soeben genannten Definitionen von Peter Ferdinand Drucker:

  • Hast Du die richtigen Dinge getan?
  • Hast Du die Dinge richtig getan?

Und schon ergibt sich ein sehr, sehr großer Raum. Das ist Dein persönlicher Bereich der möglichen Ursachen für die optimale Wirkung: Und dieses will ich jetzt einfach mal “Kohle machen” nennen! Um ein Gleichgewicht im Bereich der Effektivität sowie Effizienz zu bewirken, gibt es nur 3 Dinge zu tun.

  • Ergebnis steigern
  • Ziel verkleinern
  • Aufwand verkleinern

Und natürlich sind wir nicht die Ersten unserer Gattung, die sich darüber Gedanken gemacht haben. BWL. Die Betriebswirtschaftslehre ist da schon sehr weit. Doch für uns Unternehmer reicht es aus einen kleinen Abschnitt zu verstehen und dann gezielt anzuwenden.

Das Ökonomische Prinzip gezielt anwenden

Der Mensch ist ein rationales Wesen. Naja, nicht immer… Doch! Wenn Du es im wirtschaftlichen Kontext betrachtest, wirst Du Folgendes feststellen: Der Mensch im Kontext des ökonomischen Prinzips wird immer den Nutzen und/oder den Gewinn maximieren wollen. Diese spezielle Seite des Menschen hat es in der Wirtschaft zu einem Namen gebracht: den Homo oeconomicus.

Beginnen wir mit dem ersten Extrem. Du planst einen U Umsatz von E Euro in diesem Jahr. Und Du konzentrierst Dich darauf dieses Ziel mit möglichst wenig A Aufwand zu erreichen. Hier sprechen wir von dem Minimalprinzip: Bei einem vorgegebenen Ergebnis den Aufwand minimieren.

Dem gegenüber steht nun das zweite andere Extrem. Du hast Dir vorgenommen S Stunden pro Tag zu arbeiten und dabei den höchstmöglichen U Umsatz zu erzielen. Wenn Du das wirklich jeden T Tag machst, wirst Du Schritt für Schritt ein besseres E Ergebnis erreichen. Und einen U Umsatz in T Tagen erreicht haben. Hier sprechen wir von dem Maximalprinzip: Bei einem vorgegebenen Aufwand das Ergebnis maximieren.

Bei all den Extremen gibt es nun eine Mischung: das genannte Optimumprinzip. Hier geht es darum bei variablem Aufwand und Ergebnis das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis zu optimieren.

Hier auch ein Beispiel: Ich habe eine Zielsetzung von U Umsatz in diesem Jahr. Mit meinen S Stunden pro Tag werde ich mich so langsam an den U Umsatz annähern. Wenn nicht werde ich mir G Gedanken machen, in welcher F Form ich noch effizienter an meinen Z Ziel arbeiten sollte und ob es sich wirklich lohnt.

Ins TUN kommen

Und wir machen es jetzt einfach. Dein Ergebnis ist jetzt wieder die Betriebseinnahme. Dein Aufwand ist Deine Betriebsausgabe. Eine Komponente Deiner Betriebsausgabe ist Dein zeitlicher Aufwand und den kannst Du ja ganz prima mit Deinem Stundensatz auch wertmäßig benennen. Wir definieren:

Wirtschaftlichkeit = Betriebseinnahme dividiert durch (Deinen Stundensatz * zeitlicher Aufwand)

Nun betrachte Deine Wirtschaftlichkeit pro Kunde. Danach betrachte ebenso Deine Wirtschaftlichkeit pro Produkt. Vielleicht ist ja bei Dir auch so… Ich bin da ganz schön ins Schleudern gekommen:

Es hat sich bei mir ein gegen mich gerichtetes Denken gebildet. Mir ist klar geworden, dass der echte Stundensatz meiner Dienstleistung sich unterscheidet von dem Stundensatz auf dem Papier der Rechnung. Insbesondere bei Arbeiten auf Festpreis wurde mir regelrecht schlecht! Mein realer Stundensatz ist ins Bodenlose gesunken.

Produktivität verstehen

Wenn Dein echter Stundensatz geringer ist als der Stundensatz auf Deiner Rechnung, muss es sich um ein Produkt handeln, das Du später so verkaufen kannst, so dass der Stundensatz auf Deiner Rechnung wieder stimmt. Im Idealfall muss sich der Aufwand Schritt für Schritt verringern und sich so Deine Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Wenn es dazu kommt, dass im Rahmen eines Kunden-Projektes die Wirtschaftlichkeit sinkt, so muss der Aufwand sich langfristig rentieren. Rentabilität steigern! Um es mal ganz frech zu schreiben, ich leihe mir selbst einen Kredit und gehe davon aus, dass es sich amortisieren wird.

Meines Erachtens kann das nur mit Produkten gehen. Und das Spannende, was mir im Rahmen des Schreibens aufgefallen ist: In dem Begriff “Produktivität” ist das “Produkt” vorgestellt. Produktiv zu sein, kannst Du gleichstellen mit “Produkt” erstellen.

Produkte erstellen

Im Rahmen der Arbeit mit Kunden entstehen Produkte. Und im Rahmen von Ideen entstehen ebenso Produkte; auch kann es sein, dass es zu diesen erstellten Produkten noch kein Kunde vorhanden ist. Besonders in diesem Fall gehe von einer Amortisierung meiner Investitionen aus. Hier spielt dann der Faktor Zeit eine große Rolle. Und muss auf jeden Fall in die Planung des Produktes mit einfließen.

Dienstleistungen gezielt nutzen

So kann es sinnvoll sein, dass die am Kunden erbrachte Dienstleistungen (in diesem Fall eine Investition von Zeit am Kunden) zur Erstellung von Produkten führt. Diese Produkte kannst Du dann nutzen, deine zeitliche Investition Dir noch weiter vergolden zu lassen. Vielleicht kann Du ja Zeit sparen und so bei weniger Zeit eine höhere Leistung erbringen.

So kannst Du das dann mit großem Stolz eine Steigerung Deiner Effizienz nennen. Und diese führt zu einer positiven Wirtschaftlichkeit.

Amortisation anstreben

Nun kommt es vor, dass Du keine optimalen Zahlen von Ertrag und Aufwand in den letzten Monaten aufweisen kannst. Und vielleicht bist Du deshalb auch etwas enttäuscht von Dir… Doch: Das musst Du nicht!

Schaue Dir Deine Leistungen der letzten Monate genau an: Welche Dienstleistungen konntest Du erfolgreich bei Kunden erbringen? Welche Produkte sind daraus entstanden? Besteht die Möglichkeit diese Produkte mit bedeutend weniger Zeitaufwand auch bei anderen Kunden einzusetzen? Und dann bei gleichem oder einem höheren Stundensatz? Deine Produkte vielleicht auch so zu verkaufen, dass bei Dir so gut wie kein zeitlicher Aufwand entsteht?

Wir irren uns empor. ― Gerhard Vollmer

Und wenn es nicht funktioniert hat: Alles nicht so schlimm. Mit jedem Irren hast Du zumindest etwas gelernt! Hier spielt dann auch die Fein-Einstellung sowie die Tiefe Deines Vorgehens eine große Rolle. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns im nächsten Unter-Kapitel.

Version 01, 16.03.2018